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Sehenswürdigkeit · Spätmittelalter · Lübeck

Das Holstentor in Lübeck

Lübeck, Schleswig-Holstein Erbaut 1464–1478 UNESCO-Welterbe seit 1987

Das Holstentor ist das berühmteste Wahrzeichen Lübecks und eines der bekanntesten Stadttore des deutschen Spätmittelalters. Mit seinen massiven Backsteinmauern und den beiden markanten Rundtürmen steht es bis heute sinnbildlich für die wirtschaftliche Kraft und das Selbstbewusstsein der alten Hansestadt.

Geschichte

Das Holstentor wurde zwischen 1464 und 1478 als Teil der Lübecker Stadtbefestigung errichtet. Es war eines von ursprünglich mehreren Stadttoren, von denen es das einzige ist, das erhalten blieb. Im 19. Jahrhundert wurde das Tor bei einer knappen Abstimmung in der Lübecker Bürgerschaft vor dem Abriss gerettet – ein Ereignis, das heute als Beginn des Denkmalschutzes in Deutschland gilt.

Bekannt wurde das Holstentor über die Stadtgrenzen hinaus auch durch den deutschen 50-Mark-Schein, der das Bauwerk über Jahrzehnte zierte. Seit 1987 gehört die Lübecker Altstadt – und damit auch das Holstentor – zum UNESCO-Welterbe.

Architektur

Das Tor ist ein typisches Beispiel der norddeutschen Backsteingotik. Zwei massive Rundtürme flankieren das zentrale Torhaus; auf der Stadtseite trägt es die Inschrift „CONCORDIA DOMI FORIS PAX" – Eintracht im Innern, Friede nach außen. Die ungleichmäßige Fundamentierung führte dazu, dass die Türme sich im Laufe der Jahrhunderte leicht nach innen geneigt haben – ein charakteristisches Merkmal, das zur Wiedererkennbarkeit beiträgt.

Besuch

Im Holstentor ist heute das Stadtmuseum Lübeck untergebracht, das die Geschichte der Hansestadt anschaulich dokumentiert. Die Umgebung des Tors – mit dem Burgtor, dem Salzspeicher und der Traveuferpromenade – ist eines der schönsten Ensembles der Hansestadt.

Auf einen Blick

Ort
Lübeck, Schleswig-Holstein
Bauzeit
1464–1478
Stil
Norddeutsche Backsteingotik
Inschrift
CONCORDIA DOMI FORIS PAX
Heute
Stadtmuseum Lübeck
UNESCO-Welterbe
seit 1987 (Lübecker Altstadt)

In der Umgebung

Die Lübecker Altstadt auf einer Insel zwischen Trave und Stadtgraben ist in ihrer Gesamtheit denkmalgeschützt und UNESCO-Welterbe. Marienkirche, Dom, Rathaus, Heiligen-Geist-Hospital und die Bürgerhäuser entlang der Mengstraße und Breite Straße lassen sich in einem ausgedehnten Stadtrundgang erkunden. Weitere Informationen zur Region: Norddeutschland.